Aktuelle Sonderausstellungen

Äffle&Pferdle – Die Ausstellung!

Äffle & Pferdle – Zwei schwäbische Vieh-losophen reisen in den Schwarzwald

Schloss Neuenbürg zeigt ab 25. Juli eine Ausstellung über die Kultfiguren

Dünn, stumm und farblos, so wenig spektakulär trabte das Pferdle kurz nach seiner Geburt ab 1960 über die Mattscheibe des Süddeutschen Rundfunks. Das sollte sich bald ändern, als nicht nur das Äffle, sondern auch Farbe, Musik und humorvolle Dialoge mit ins Spiel kamen. Mit tiefsinnigen Sprüchen wie „Lieber gschwätzt wie gar nix gesagt“ oder „Viecher sind au bloß Menscha“ gewann das tierische Duo bald Kultstatus.

Ab Sonntag, 25. Juli sind die schwäbischen Kultfiguren Äffle & Pferdle nun zu Gast im Schloss Neuenbürg. Die Eröffnung mit Überraschungsgästen findet um 11 Uhr im Schlosshof statt. In dieser neu konzipierten Ausstellung können Erwachsene und Kinder bis 7. November mehr über Armin Lang, den Erfinder des lustigen Teams und ihre Fernseh-Geschichte erfahren.

Das Schlossjubiläum 2021 – 20 Jahre Museum Schloss Neuenbürg – gab den Anlass, so Museumsleiterin Jacqueline Maltzahn-Redling, die lustigen Freunde aus dem Schwabenland auch einmal in die alte Residenz der Württemberger einzuladen. Wer feiert schließlich nicht gerne mit alten Freunden, die auch noch für gute Stimmung sorgen?

 Es gibt wohl kaum jemanden zwischen Nordschwarzwald und Bodensee, den die beiden sympathischen Trickfiguren nicht mit ihren kernigen Sprüchen zum Schmunzeln gebracht haben. Seit den 1960er Jahren hat das Duo dann eine steile Karriere hingelegt.

 Als der Startschuss für das kommerzielle Werbefernsehen fiel, wünschte sich der damalige Süddeutsche Rundfunk Zwischen-Spots, um die Werbe-Spots für Hundefutter, Sonnenmilch oder Waschpulver sorgfältig voneinander zu trennen und so für die Zuschauer attraktiver zu machen.

Das „Rössle“ – das Stuttgarter Wappentier – sollte zu diesem Zweck über den Bildschirm galoppieren.

Für die fernsehgerechte Umsetzung des Wahrzeichens sorgte der Stuttgarter Trickfilm-Profi Armin Lang. Das war die Geburtsstunde des Pferdles. 1963 kamen das Äffle und 1987 – da in Baden-Württemberg auch das Badische eine gewisse Rolle spielt – die Pudeldame Schlabbinchen hinzu.

 „Man muss nur Augen und Ohren aufmachen und Eindrücke sammeln, um eine Idee zu kriegen“ meinte ihr Erfinder Armin Lang (1928-1996), ein gebürtiger Oberbayer, der bereits als Kind ins Schwabenland kam, in Stuttgart das Schwäbische erlernte und später an der Kunstakademie Stuttgart Malerei und Graphik studierte. 1962 gründete er seine eigene Filmproduktion, die LANG-FILM in Stuttgart, die noch heute von seinem Sohn Armin Lang jr. weitergeführt wird.

Schloss Neuenbürg hat nun mit Armin Lang jr. die Ausstellung konzipiert, in der Originalzeichnungen, Medienstationen und Szenen mit dem Äffle &Pferdle gezeigt werden. Am Sonntag, 10. Oktober, 14-18 Uhr lässt sich der Illustrator vom Äffle &Pferdle – Alexander Linke- dann von den Ausstellungsbesuchern über die Schulter schauen. Und was denken die beiden Freunde über den Schwarzwald? Äffle: „Du, warom hoißt dr Schwarzwald eigentlich Schwarzwald?“

Pferdle: „Ha, weil do romdippla kannsch, bis da schwarz wirschd!“

 Eröffnung: Sonntag, 25. Juli 2021, 11 Uhr, Schlosshof/Fürstensaal + Foyer (bei schlechtem Wetter). Mit Überraschungsgästen.

SNBG - S'Äffle ond s'Pferdle

Ausstellungsdauer

25.07. bis 07.11.2021

Öffnungszeiten

Mi – Sa: 13-18 Uhr
So + Feiertage: 10-18 Uhr

Eintritt

4 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familienkare 12 Euro

Die Kelten in Baden-Württemberg

Aus der keltischen Epoche (spätes 7. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) stammen einige der herausragendsten archäologischen Denkmale der Vor- und Frühgeschichte Südwestdeutschlands. Schon Herodot verortete im 5. Jahrhundert v. Chr. die Kelten am Oberlauf der Donau. Somit darf das heutige Baden-Württemberg als ein Kernbereich der antiken keltischen Besiedlung gelten.

Die frühkeltische Zeit des 6. bis 4. Jahrhunderts v. Chr. zeichnete sich durch besonders komplexe gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen aus. Davon zeugen vor allem außerordentlich reich ausgestattete Gräber, wie das berühmte „Fürstengrab“ von Eberdingen-Hochdorf, und erste städtische Siedlungen, wie die Heuneburg an der oberen Donau.

Die Ausstellung befasst sich neben den frühkeltischen Jahrhunderten auch mit den anschließenden Umbrüchen und einsetzenden Wanderbewegungen sowie der darauffolgenden spätkeltischen Zeit (spätes 3. Jahrhundert bis 2. Hälfte 1. Jahrhundert v. Chr.). Die Spätphase der keltischen Besiedlung war besonders von befestigten Gutshöfen und umwehrten Großsiedlungen gekennzeichnet – sogenannten Viereckschanzen und Oppida. Überreste der mächtigen Befestigungsanlagen der Oppida prägen teilweise bis heute das Landschaftsbild, wie zum Beispiel am Heidengraben auf der Schwäbischen Alb.

Die Ausstellung vermittelt nicht nur einen Überblick zur Geschichte der Kelten in Südwestdeutschland, sondern beleuchtet zudem zahlreiche Facetten dieser faszinierenden Epoche, wie Religion, Kunst, Wirtschaft oder Handel. Im Mittelpunkt stehen dabei die aktuellen Ausgrabungen und Forschungen des Landesamts für Denkmalpflege.

Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) befasst sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Schutz, der Pflege und der Erforschung der archäologischen Hinterlassenschaften u. a. auch der Kelten in Baden-Württemberg. Aus der vorrömischen Eisenzeit (Hallstatt- und Latènezeit), in die auch die Zeit der antiken Kelten fällt, stammen einige der herausragenden Denkmale der Vor- und Frühgeschichte.

Eine Tagung zum Thema „Die Kelten in Baden-Württemberg“ fand am 11. November 2019 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt. Eine eigens konzipierte Wanderausstellung zu den wichtigsten Aspekten der keltischen Kultur in Baden-Württemberg wurde zeitgleich erstmals gezeigt. Nach der Präsentation im LAD in Esslingen zum Jahresende 2019, war die Wanderausstellung zu Beginn diesen Jahres im Regierungspräsidium Stuttgart in Vaihingen sowie im Sommer in Nagold zu sehen. Nun wandert sie weiter in das Schloss nach Neuenbürg. Neben übergreifenden Themen zu den Kelten wird im Besonderen auf die aktuellen Forschungen des LAD zur vorrömischen Eisenzeit eingegangen.

Ausstellungsdauer

01.07.2021 bis 12.09.2021

Öffnungszeiten

Mi – Sa: 13-18 Uhr
So + Feiertage: 10-18 Uhr

Eintritt

frei

VERLÄNGERT: MYTHOS RAUCH – Rauchskulpturen von Sonja Keppler

Forum für zeitgenössische Kunst

Im Alten Orient wusste man bereits die wohltuende und schützende Wirkung des Räucherns zu schätzen. Es entstand dort ein reger Handel mit Weihrauch und anderen Duftstoffen, die im Mittelalter auch in Mitteleuropa bekannt wurden.

In einem der ältesten Texte der Menschheit, dem Gilgamesch-Epos, wird von Räuchergefäßen berichtet, in deren Schalen Weihrauch, Myrrhe, Zedernholz und Süßrohr verbrannt wurden. Im alten Ägypten und in Griechenland, wo das Orakel eine große Rolle spielte, wurden spezielle psychoaktive Substanzen verwendet. Die Herstellung dieser Räuchermischungen war den Priesterinnen und Priestern in den Tempeln vorbehalten.

Von den Römern und Kelten ist überliefert, dass sie kleine Räuchergefäße mit Dufthölzern und Harzen als Grabbeigaben verwendeten.

Auf das Räucherritual gehen vermutlich auch die Bräuche im Zusammenhang mit den Rauhnächten zurück. Zwischen Weihnachten und dem 6. Januar, den Heiligen Drei Königen, wurden in katholisch geprägten Gegenden Wohnungen und Ställe von Priestern mit Weihrauch beräuchert, eine Tradition, die sich bis heute vor allem im Alpenraum erhalten hat.

Die Künstlerin Sonja Keppler, 1988 in Pforzheim geboren, beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem Mythos Rauch und der Ästhetik der Skulptur. Das sich stetig wandelnde Zusammenspiel von Immateriellem und Materiellem liegt all ihren archaisch anmutenden Rauchskulpturen zugrunde.

Bei der Formfindung und der Wahl des Materials – Bronze und Keramik – orientiert sich die Künstlerin an traditionellen Rauchgefäßen. Gleichzeitig löst sie jegliche Grenzen und wiedererkennbare Bezüge auf, um neue, überraschende, amorph-sinnliche Formen zu erfinden.

Führungen mit Sonja Keppler (mit Räucherwerk): 

So 11. August 2021, 11:00 Uhr

So 18. August 2021, 11:00 Uhr

 

 

SNBG - ECHT GLANZ STÜCKE

Blick in die Ausstellung „Mythos Rauch“ im östlichen Teil des Gewölbekellers (c) Schloss Neuenbürg

SNBG - ECHT GLANZ STÜCKE

Rauchskulpturen von Sonja Keppler (c) Schloss Neuenbürg

SNBG - ECHT GLANZ STÜCKE

(c) 2021, Sonja Keppler

Ausstellungsdauer

01.04.2021 bis 22.08.2021

Öffnungszeiten

Mi – Sa: 13-18 Uhr
So + Feiertage: 10-18 Uhr

Eintritt

frei