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St. Georgskirche

In schriftlichen Zeugnissen wird eine Schlosskapelle erwähnt, die sich auf halber Höhe zwischen der Stadt Neuenbürg und dem Schloss befindet. Vermutlich gab es die Kirche bereits im Jahr 1290. Nach dem katastrophalen Stadtbrand von 1783 diente sie kurzfristig als Pfarrkirche. Wegen ihrer spätmittelalterlichen Wandmalereien zählt die Kirche zu den bedeutendsten Baudenkmälern des 14. Jahrhunderts in Baden-Württemberg. Charakteristisch ist das malerische Fachwerk-Geschoss des Turmes, an dem die mittelalterliche Bautechnik noch erkennbar ist. Einer der schönsten Plätze der Stadt ist der alte Friedhof vor der Kirche. Besonders in der Nachmittagssonne kann man von dort den Blick hinunter auf die Stadt genießen. Bereits im Mittelalter wurde der Friedhof angelegt; die letzte Erweiterung stammt aus dem Jahr 1824. Höhere Stände erhielten ihre Grablege in der Sankt- Georgskirche. Der älteste Stein aus dem Jahr 1412 erinnert an Konrad von Gültlingen, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts das Schloss als Pfandschaft besaß. Die übrigen Steine stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und gedenken an verschiedene Untervögte, Forstmeister, Bürgermeister und deren Kinder.

Kirche und Friedhof sind eine eigene Welt für sich. Die Kultur- und Gartenlandschaften des Schlossberges mit seinen Grenzsteinen, gepflasterten Wegen, verwinkelten Treppen, mühevoll behauenen Terrassenmauern und Gärten geben stimmungsvolle Einblicke in die wechselhafte Geschichte von Stadt und Schloss.


Bergwerk "Frischglück"

Vom Schloss aus geht man auf dem so genannten Teichelhangweg (Teichel - hölzerne Wasserleitung) in etwa 50 Minuten zum Besucherbergwerk "Frischglück". Der aussichtsreiche Halbhöhenweg - der Spectaculum Ferrum Weg - bietet einen schönen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge. Der Eisenerzbergbau um Neuenbürg ist etwa 2500 Jahre alt und war schon in keltischer Zeit ein großes Gewerbegebiet mit etlichen Schmelzöfen. Zu Beginn des 18. Jahrhundert begannen sächsische Bergleute mit dem Untertageabbau des Eisenerzes. Verkauft wurde das manganhaltige Erz in die Hammerschmiede nach Pforzheim und in die Sensenschmiede in Friedrichstal in der Nähe Freudenstadts. Im Jahr 1868, der Stilllegung des Stollens, waren noch 20 Bergleute hier beschäftigt. Mehr als 100 Jahre später legten Bürger in freiwilliger Arbeitsleistung die Stollen wieder frei und machten sie für Besucher zugänglich. Das "Denkmal der alten Arbeitswelt" zeigt höchst eindrucksvoll, wie Bergleute des 18. und 19. Jahrhundert im Schwarzwald Erz gruben und bearbeiteten. Der Weg führt die Besucher über mehrere Ebenen mit tiefen Einblicken in das Innere des Berges vorbei an "Glasköpfen", dem weiß glänzenden Schwerspat und schwarzbraun glitzerndem Erz.

Das Bergwerk ist von April bis Ende Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen geöffnet. Von Mittwoch bis Freitag finden zusätzlich Führungen nach vorheriger Anmeldung statt.

Information und Anmeldung: Schloss Neuenbürg, 75305 Neuenbürg, Tel. 07082/792863


Ruine Waldenburg

Replikat des bronzenen Drachenleuchters, Schloss Neuenbürg

Gegenüber dem Schloss Neuenbürg, auf der anderen Seite der Enz, liegen die Reste der Waldenburg. Die Geschichte dieser Burg liegt weitgehend im Dunkeln, da sie in schriftlichen Quellen nicht erwähnt wird. Den Ruinenresten zufolge bestand die Burg aus einer Befestigungsanlage, einem Palas, einer Kapelle und mehreren Wirtschaftsräumen. Einige Funde von Töpferware verweisen auf Beziehungen zum Oberrhein und zur Schwäbischen Alb.

Bei Grabungen fand man 1887 einen wertvollen "Drachenleuchter" aus Bronze, der sich heute im Wüttembergischen Landesmuseum Stuttgart befindet. Lokalen Initiativen verdanken wir die Freilegung der Reste seit 1925, der Schwarzwaldverein (Ortsgruppe Neuenbürg) übernahm ab 1993 die Restaurierung der Ruinenreste.


Ehemalige Burg Straubenhardt und das Schwabentor

Nur noch einige lose Steinreste und Erdwälle deuten auf die einstige Anlage der Burg Straubenhardt auf heutiger Gemarkung des Neuenbürger Stadtteils Dennach hin. Die Ruine liegt auf einem Bergsporn hoch über der Enz und war ursprünglich Sitz der Herren von Straubenhardt. Unweit der Burg führte im Mittelalter die Grenze zwischen Baden und Württemberg. Das in der Nähe der Burg liegende Schwabentor ist ein Rest einer vermutlich mittelalterlichen Zollstation. Mit Hilfe eines Mautturmes konnte die Zollstätte sogar Flößer kontrollieren und mit Zollabgaben belegen. 1930 wurden die Steinpfeiler, an denen die Vorrichtungen für die Schranke noch deutlich zu erkennen sind, wieder hergerichtet. Auch die Burg Straubenhardt geriet zwischen die beiden Herrschaftsbereiche, denn im Jahr 1381 schrieb ein Vertrag zwischen Baden und Württemberg vor, dass die bereits zu diesem Zeitpunkt zerstörte Burg nicht mehr aufgebaut werden dürfe.