|
(Staatliches Vermögens- und Hochbauamt)
Das landeseigene Schloss Neuenbürg wird am 30. Juni 2001 nach umfangreichen baulichen und restauratorischen Maßnahmen seiner neuen Bestimmung als multifunktionales Zentrum mit dem Regionalmuseum Nordschwarzwald der Öffentlichkeit übergeben. Eine lange Vorbereitungs- und vierjährige Bauzeit ist damit zu Ende gegangen. Stadt und Land hatten sich 1990 vertraglich verpflichtet, das Schloss zu sanieren und denkmalpflegerisch verträglich auszubauen. Dieses war nunmehr Grundlage der abgeschlossenen Maßnahmen in Höhe von ca. 14,5 Mio. DM. Sie wurden durch den Bauhaushalt des Landes, aber auch zu einem Anteil von nahezu 6 Mio. DM durch die Stadt Neuenbürg nach Aufnahme in das Denkmalnutzungsprogramm finanziert. Das Badische Landesmuseum hat mit weiteren 1,5 Mio. DM aus Ressortmitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst die Einrichtung des Zweigmuseums ermöglicht.
Die sorgsame Abstimmung der neuzeitlichen funktionalen Anforderungen und Standards an die durch das Baudenkmal vorgegebenen Rahmenbedingungen erfolgte durch das für die Projektleitung verantwortlich zeichnende Staatliche Vermögens- und Hochbauamt Pforzheim. Auf Grundlage restauratorischer und konstruktiver Voruntersuchungen wurde von dort die denkmalpflegerische und entwurfliche Konzeption entwickelt. Sie wurde durch das Büro Mannhardt & Triesch, Karlsruhe, vorbildlich planerisch und baulich umgesetzt.
Die Konzeption sieht auf 900 qm Fläche das Regionalmuseum Nordschwarzwald vor. Das Museum wird über ein Informationszentrum mit Shop in der nunmehr ausgebauten Ruine im Osten erschlossen. Der Fürstensaal als Veranstaltungsraum für kulturelle Veranstaltungen und Feiern, die ehemalige Kanzlei, welche von der Stadt als Trauzimmer und Konferenzraum genutzt werden soll, sowie ein Restaurant mit differenzierter Raumfolge runden das Angebot ab. Im von Heinrich Schickhardt im 17. Jhd. Ausgebauten kreuzgratgewölbten Pferdestall wird jede Veranstaltung zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Einer der größten Gewölberäume im Keller darunter lohnt eine Besichtigung, ebenso die historische Schlossküche und die in der Renaissance dekorierten Nebenräume. Das seit dem 18. Jhd. Im Schloss beheimatete Forstamt wird auch weiterhin dort verbleiben.
Ziel der baulichen Maßnahmen war neben der konstruktiven und restauratorischen Sicherung der teilweise maroden Substanz die denkmalgerechte Integration der neuen Funktionen in den historischen Bau. Dabei ging es nicht um Rekonstruktion verloren gegangener Bauteile oder Fassungen,- um Rückführung auf eine bestimmte historische Ebene-, sondern um Erhaltung des Objektes als Geschichtsdokument mit einer Entwicklung, die auch heute nicht endet. Neues wurde additiv, möglichst reversibel ergänzt und schreibt so die Baugeschichte mit zeitgemäßem Duktus fort. Dabei galt es auch, heutige Standards umzusetzen und moderne Haustechnik, die den vielfachen Anforderungen gerecht wird, in Planung und Ausführung aufzunehmen. Die Vermögens- und Bauverwaltung mit den Staatlichen Schlössern werden in Zukunft zusammen mit der Stadt Neuenbürg entsprechend der getroffenen vertraglichen Vereinbarungen für Unterhalt und Betrieb des Schlosses sorgen.
|