„Ein Sommernachtstraum“ -
in der deutschen Übersetzung von August Wilhelm Schlegel (1767-1845) und mit der Bühnenmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in der Fassung mit Klavier zu 4 Händen (statt Orchester) vom Komponisten (1844)
Zwischentexte: Markus Löchner (2008)
Dialoge und Rollen: Markus Löchner (Erzähler, Puck, Zettel, Flaut/Oberon/Titania/Theseus/1. Elfe)
Sopran: Mirjam Alexandra Müller
Elfenchor: Sigrun Stütz
Klavier: Ljiljana Borota & Christian Knebel
Fanny Hensel (geb. Mendelssohn):
[…] „Diesmal habe ich Dir auch hübsche Sachen zu erzählen, der Sommernachtstraum ist im Neuen Palais geträumt... Es war wunderschön, und besonders ist die Musik das Zauberhafteste, was man hören kann...
Die Elfen, einige dreißig Kinder der Tanzschule, allerliebst; wenn sich zuerst mit dem reizenden Marsch das Theater mit ihnen füllt, ist es wirklich ein zauberhafter Moment. Das Schönste aber im ganzen Stück, das einzige, was mir beim Lesen niemals einen so ergreifenden Eindruck gemacht hatte, ist die letzte Szene, nachdem der Hof sich mit dem prächtigen Hochzeitsmarsch entfernt hat, der nun immer leiser und ferner wird und plötzlich in das Thema der Ouvertüre fällt, während zugleich Puck und die Elfen wieder den leeren Raum betreten – ich sage Dir, das ist zum Heulen schön.“ […]
Mit diesen Worten schilderte Mendelssohns Schwester Fanny Hensel im Oktober 1843 ihrer jüngeren Schwester Rebecka in einem Brief ihre Eindrücke von der ersten Aufführung des „Sommernachtstraums“ mit der Musik ihres geliebten jüngeren Bruders Felix. Sie hatte am 14. Oktober vor geladenen Gästen im „Neuen Palais“ in Potsdam stattgefunden. Seit diesem denkwürdigen Abend war eine Aufführung von Shakespeares wohl bekanntester und beliebtester Komödie in Deutschland und darüber hinaus für beinahe 100 Jahre ohne die Musik Mendelssohns nicht denkbar – bis die nationalsozialistische Barbarei auch dieser schönen Tradition den Garaus machte.
Als 17jähriger schrieb Mendelssohn im Sommer 1826 seine weltberühmte Ouvertüre zu Shakespeares „Sommernachtstraum“, den er von frühester Jugend an kannte und liebte. Zunächst für Klavier zu vier Händen konzipiert, dann instrumentiert wurde das Werk 1827 in Stettin unter Leitung des Komponisten uraufgeführt. 17 Jahre nach der Ouvertüre komponierte Mendelssohn im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. eine vollständige Bühnenmusik zum „Sommernachtstraum“ (op. 61), für die er zum Teil musikalisches Material aus der Ouvertüre verwendete.
Shakespeares hintergründige Komödie erklingt nun in Neuenbürg neu eingerichtet und mit Erzähler erweitert in Mendelssohns selbst erstellter Kammerversion mit Klavier zu vier Händen statt Orchester.
Programm
Ouvertüre op. 21
Scherzo g-Moll, op. 61, Nr. 1
Melodram und Elfenmarsch op. 61, Nr. 2
Lied mit Chor („Bunte Schlangen, zweigezüngt“) op. 61, Nr. 3
Melodram op. 61, Nr. 4
Intermezzo op. 61, Nr. 5
Notturno op. 61, Nr. 7
Melodram op. 61, Nr. 8
Hochzeitsmarsch op. 61, Nr. 9
Marcia funèbre (in op. 61, Nr. 10)
Ein Tanz von Rüpeln op. 61, Nr. 11
Melodram op. 61, Nr. 12
Finale
Biografien
Markus Löchner
Schauspieler am Theater Pforzheim
geboren 1970 in Bad Säckingen
Ausbildung: Schauspielstudium an der Freiburger Schauspielschule
Bisherige Engagements: Badisches Staatstheater Karlsruhe, Bühnen der Stadt Koblenz, Landestheater Coburg
Am Theater Pforzheim seit 1998.
Seither zahlreiche Hauptrollen.
Publikumsliebling am Stadttheater Pforzheim
Zusammenarbeit mit dem Klavierduo Borota & Knebel seit 2006
Ljiljana Borota und Christian Knebel bilden seit 1990 ein festes Duo, das sich beim Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen zusammenfand.
Bekannte Lehrer wie Bruno Canino, Viktor Merzhanov, Arbo Valdma, Vitaly Margulis, Hartmut Höll, Boris Lvov, Jozef de Beenhouwer u.a. betreuten die musikalische Ausbildung und Entwicklung der Künstler.
Ljiljana Borota – aus Belgrad stammend – kam nach dem Hochschuldiplom und einigen Wettbewerbserfolgen (z.B. 1. Preis des jugoslawischen Hochschulwettbewerbs) nach Deutschland, um Ihre Ausbildung fortzusetzen. Sie hat einen Lehrauftrag für Korrepetition an der Musikhochschule Trossingen.
Christian Knebel kam aus der Reutlinger Pianistenklasse unter der Leitung von Prof. Friedemann Rieger nach Trossingen, Köln und Antwerpen. Seit 2000 ist er Städtischer Musikdirektor im nördlichen Schwarzwald.
Das Duo Borota & Knebel produziert seit einigen Jahren regelmäßig für den SWR-Funk, sowie das SWR-Fernsehen Raritäten der vierhändigen Klavierliteratur.
So erscheint das gesamte Klavier-Kammermusik-Werk des Schumann-Freundes Ludwig Schuncke in einer Ersteinspielung auf CD. 2005 erscheinen in der CD-Reihe „Musik aus Baden-Baden“ beim SWR in Karlsruhe eingespielte Werke von Liszt, Weber, Brahms und Jensen. 2007 erschien die CD „Musik aus Stuttgart“ mit unbekannten Werken der romantischen Komponisten Ludwig Schuncke und Johann Joseph Abert.
Außerdem bestehen Einladungen zu internationalen Konzertverpflichtungen innerhalb Europas und in Übersee.
Aktuell hat das Klavierduo Borota & Knebel den Auftrag, für die Wiener Urtext Edition die Neuausgabe des zweiten Bandes der Schumannschen vierhändigen Werke als spielpraktische Ausgabe vorzubereiten, die auf der Musikmesse in Frankfurt vom 12.- 15. März 2008 vorgestellt wird.