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(Stadtbote 9. November 2006)
von Karin Ferenbach
22 Kinder beim Flößerprojekt im Schloss Neuenbürg am 05.11.2006
Aus selbst gebauten Flößen entstand ein „Kapitalfloß“
Viel gab die waldreiche, unwirtliche Gegend des Schwarzwaldes mit den steilen Hängen den ersten Siedlern im Mittelalter nicht her. Erst als sie den Reichtum an Nadelhölzern für die Flößerei und den Holzhandel entdeckten, kam Wohlstand in die Familien. Auf die Spuren dieser „starken und mutigen Burschen“, die sich der Flößerei verschrieben hatten, machte sich am Sonntagnachmittag eine Gruppe von 22 Kindern und ein paar Elternteilen im Pferdestall von Schloss Neuenbürg. Kunsthistorikerin Tanja Sollombrino hatte sich zusammen mit dem „Pforzheimer Kulturtrio“ (dazu gehören noch ihre Kolleginnen Christina Klittich und Regina Fischer) - angeregt durch eigene Führungen mit Kindern im Pforzheimer Stadtmuseum - dieses „Flößerprojekt“ ausgedacht und Museumsleiterin Elke Osterloh vorgeschlagen. So entstand aus ersten Ideen ein pädagogisch interessanter Nachmittag mit Bildern, Werkzeugen, Bekleidung, Sagen und einem Reisebericht von Mark Twain („Rafting down the Neckar“ von 1878) rund um diesen alten Beruf im Schwarzwald. In ihrer Einführung stellte Sollombrino den Kindern immer wieder Fragen, etwa nach dem Material, aus dem ein Floß besteht, nach den Wegen, welche die Flöße zurück legten und wie sie sich auch bei niedrigem Wasserstand mit Hilfe von Wehren fortbewegten. „450 Jahre lang, bis zur letzten Floßfahrt im Jahr 1913, haben die Leute im Schwarzwald mit der Flößerei ihr Geld verdient“, sagte die Kunsthistorikerin. Anhand einer Landkarte zeigte sie den Weg der auf der letzten Rheinstrecke bis zu 600 Meter langen “Kapitalflöße“ nach Holland, wo sie zum Städte- und Schiffsbau verkauft wurden. Die Kinder durften die mitgebrachten Exponate (zum Teil aus dem Stadtmuseum, zum Teil aus dem Schloss Neuenbürg) auch einmal anfassen und so dem Umgang mit einer schweren Axt nachspüren und vor allem aus Haselzweigen selbst ein kleines Modellfloß bauen. Dazu sägten und legten sie sich die vorgefertigten Äste zurecht, um sie dann mit Eisenklammern und Schnüren zusammenzubinden. Viele dieser kleinen, in einer Plastikwanne auf Schwimmtauglichkeit gestesteten „Gestöre“ wurden zum Abschluss dann noch zu einem langen „Kapitalfloß“ zusammengebunden.
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