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Schwarzwälder Wonnen, Teil 2: "Schinken, Kirschwasser und mehr..."

(Schloss Neuenbürg)

Vom 13. September bis zum 17. November thematisiert eine Sonderaustellung im Schloss Neuenbürg Schwarzwälder Spezialitäten wie den berühmten Schwarzwälder Schinken und das nicht minder bekannte Kirschwasser. Die Ausstellung unter dem Titel "Schwarzwälder Wonnen" setzt eine Reihe fort, die mit der Ausstellung über die Schwarzwälder Kirschtorte im Frühjahr begonnen hat.

Grundgedanke beider Ausstellungsteile ist es, die kulinarischen Markenzeichen des Schwarzwaldes auf ihre Wurzeln in der Kulturregion zu untersuchen. Die Ergebnisse werden den Besucherinnen und Besuchern auf eine unterhaltsame und informative Weise präsentiert. Ebenso wie bei der Frühjahrsschau über die Kirschtorte werden auch in der kommenden Ausstellung künstlerische Installationen die Objekte und Infotafeln ergänzen.

Eine Ausstellungseinheit beschäftigt sich mit der traditionellen Schweinehaltung im Schwarzwald und den traditionellen Ernährungsgewohnheiten. Die früher noch zahlreich vorhandenen Eichen- und Buchenbestände ermöglichten eine ideale Waldweide für Schweine. Denn die Mast mit Eicheln führt zu einen festen und kernigen Fleisch - ideale Voraussetzungen für einen guten Schinken und eine deftige Speckseite. Heutige und frühere Gerätschaften zeigen, wie Fleisch durch Räuchern konserviert wird. Weiterhin zeigen "Glücksbringer" weitere Aspekte des Schweins. In einer Kinderecke können die Kleinen in Ruhe stöbern, während die Erwachsenen sich unterhaltsam informieren.

Der Schinken aus dem Schwarzwald ist - wie die Kirschtorte und das Kirschwasser - zu einem rechtlich geschützten Markenzeichen der Region geworden. Die Qualitätsmerkmale des Schinkens wurden im Jahr 1997 gesetzlich festgelegt. Zu den typischen Merkmalen des Schwarzwald-Schinkens gehört der Prozess des Räucherns (Holz und Tannenreisig aus dem Schwarzwald) und das dunkle, kernige Fleisch. Allerdings braucht das Schwein selbst nicht aus dem Schwarzwald zu stammen, es muss lediglich hier verarbeitet werden.

Das Kirschwasser - heute als Begleiter einer Vesper oder auch eines feinen Essens sowie als "Rohstoff" für Schwarzwälder Kirschtorte und Pralinen - nicht mehr wegzudenken, wurde traditionell auch für medizinische Zwecke genutzt. Mit Salz versetzt, ergab er einen innerlich und äußerlich wirksamen Salzschnaps. Auf die pharmakologische Tradition weist noch der französische Name "Eau de vie". Nachdem Schnapsdestillation schon im Mittelalter nachgewiesen war, erhielten die Bauern in der Ortenau 1726 das Recht, Obst für den eigenen Verbrauch zu brennen. So war es möglich, den Obstreichtum in diesem vom milden Rheinklima verwöhnten Region auch gewinnbringend zu verwerten, der Staat profitierte über die Alkoholsteuer davon. Die für den typischen Geschmack des Schwarzwälder Kirschwassers notwendigen kleinen aromatischen Brennkirschen gedeihen aber auch im "Kirschengäu" bei Neuenbürg-Arnbach. Die Ausstellung zeigt den Prozess des Maischens und Destillierens, erklärt beispielsweise den Unterschied zwischen dem "Rauhbrand" und dem sich anschließenden "Feinbrand" und zeigt die verschiedenen Gefäße, in dem der gewonnene Stoff gelagert und abgefüllt wird. Auch hier verbindet sich mit den handwerklichen Herstellungsprozessen ein Brauchtum heraus, auf das die Sonderausstellung gleichfalls ein Licht wirft.

Die Ausstellung wird im Pferdestall und in der Wildküche gezeigt. Der Eintritt ist frei. Unterstützt wird diese Ausstellung maßgeblich vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe und von der Stadt Neuenbürg. Darüber hinaus dankt die Museumsleitung den folgenden Sponsoren:

Schutzverband Schwarzwälder Schinken e.V.
Verband Badischer Klein- und Obstbrenner e.V.
Bundesverband der Obstverschlussbrenner e.V.


Die Leihgeber der Ausstellung:
Schnapsmuseum Bönnigheim
Heimatmuseum Neuweiler
Kleinenzhof, Familie Harter
Hermann Wein GmbH & Co. KG
Universität Tübingen, Institut für die Archäologie des Mittelalters
Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Heimatmuseum Eggenstein-Leopoldshafen
Dr. Wolfram Metzger, Stutensee
Paula Schleeh, Neuenbürg
Adolf Dähler, Neuenbürg
Walter Höll, Neuenbürg
Brennerei Scheibel, Kappelrodeck

presse_schwarzwaelder2.pdf