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Ausflug in die Geschichte

Heide Seele
(Rhein Neckar-Zeitung 03. + 04. Juli 2004)

Unterwegs an Kinzig, Nagold und Schutter

"Schatzhauser im grünen Tannenwald / Bist schon viele hundert Jahre alt / Dein ist all Land, wo Tannen stehn / Lässt Dich nur Sonntagskindern sehn". So sprach der Kohlenmunkpeter im Märchen "Das kalte Herz" voN Wilhelm Hauff, wenn er einen Wunsch an das Glasmännlein richtete. Das erschein in schwarzem Wams, mit roten Strümpfen und einem großen Hut auf dem Kopf zwischen den Bäumen des Schwarzwaldes und musste dem tumben Köhlerjungen, der sich sein warmes Herz vom Holländer-Michel in ein Herz aus Stein austauschen ließ, ob seiner Dummheit gehörig die Leviten lesen.
Wilhelm Hauff liebte die Gegend, in der er seine Erzählung ansiedelte, und ihr erster Satz lautet denn auch: "Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen, auch ein wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen..." Auf Schloss Neuenbürg, ganz in der Nähe von Pforzheim hat man sich an das Märchen erinnert und führt "Das kalte Herz" in einem begehbaren Theater auf. Beim Durchschreiten der sechs Räume lauscht man der Erzählerstimme und ist fasziniert von der magischen Stimmung und den schlichten hölzernen Figuren, die die Handlung illustrieren. Dies ist aber nicht die einzige Attraktion des Schlosses, das mit einem Museum der besonderen Art aufwartet und dessen Garten mit Burgruine für verschiedene Aktivitäten offen steht. Neuenbürg, das kleine Städtchen an der Enz, liegt am Nordrand des Schwarzwaldes. Man erreicht es, zum beispiel nach einem Besuch der Maximilian-Ritterspiele von Horb, wenn man durchs schöne Nagoldtal fährt. (...)