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Christiane Viehweg
Denis Trikot inszenierte ein feierliches Fanal am Schloss (Pforzheimer Kurier, 31. Juli 2001)
Die Kunst der Vergänglichkeit, wenn es denn so etwas gibt, zelebrierte am Sonntagabend der französische Künstler Denis Tricot im Schlossgarten. Es war ein feierliches Fanal, das da mittels der für Tricot typischen Latten und mit petroleumgetränkten Stofffetzen entlang der Ruinenmauer aufloderte. Durch das Feuer schritt dramatisch der Cellist und Sänger Vania Dombrovszky, der hebräische Lieder sang. Das Ganze dauerte eine halbe Stunde, dann sank das Feuer in sich zusammen. Der Sänger sowie der Herr der Flammen verließen im Fackelschein den Schlossgarten - eine perfekte Inszenierung.
Tricot und seine Kunst sind in Neuenbürg wohlbekannt. Zur Schlosseröffnung vor vier Wochen hatte Tricot von der Enz bis hoch zum Schloss seine charakteristischen biegsamen Latten in Wellenlinien nach oben geleitet. Ein zunächst befremdlicher, dann immer lieber gewonnener Anblick. Wie er sagt, sucht er auf diese weise die Seele eines Ortes. [...]
Die zahlreichen Zuschauer hatten auf den Augenblick allerdings lange warten müssen. Bei Einbruch der Dunkelheit sollte der Feuerzauber losgehen, Tricot indes meinte, es müsse erst "ganz" finster sein, damit die Wirkung erst richtig zum Tragen komme. So wurde gewartet bis 22.15 Uhr, und noch immer sorgte der Mond für eine gewisse Helligkeit. Schlagartig gingen aber endlich die Lichter im Schlossgarten aus, und durch die Dunkelheit näherten sich Dombrovszky und Tricot, beleuchtet von zwei Fackeln und beleitet vom leisen Ton des Cellos. Erst als das Feuer aufflammte, begann Dombrovszky zu singen. Ein Augenblick, der manchem Schauer über den Rücken jagte.
Nur den Feuerwehrleuten nicht. Die schauten besorgt nach oben, wo die Flammen in den Ästen züngelten, aber keinen Schaden anrichteten.
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