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Von Schlossgeistern, Edelfräuleins und Fledermäusen

Ralf Recklies
(Pforzheimer Zeitung, 29. Oktober 2001)

Dichtes Gedränge im Hof des Neuenbürger Schlosses. Ungeduldig warten mehr als 100 Kinder, die eine Vielzahl von Kürbisgesichtern geschnitzt und im Schlossgarten positioniert haben, auf die Prämierung der Fratzen, die in der Dunkelheit von Teelichtern erleuchtet werden.

"Liebe Schlossgeister, werte Edelfräulein und Fledermäuse, in drei Minuten ist das hohe Preisgericht endlich so weit und dann werden die Preisträger des Kürbisschnitzwettbewerbes bekannt gegeben", versucht Andreas Haller die Wartezeit der jungen Schlossbesucher zu verkürzen. Die warten nämlich nicht nur auf die Preise, sondern sind auch schon gespannt, was sie auf der Nachtwanderung vom Schloss zum Neuenbürger Bergwerk erwartet.

Im Gespräch mit der PZ verrät der Organisator der ersten Neuenbürger Halloweenaktion, warum sich die auf 19 Uhr angesetzte Preisverleihung verzögert: "Wir hatten mit rund 70 Kürbissen gerechnet, aber es wurden mehr als 120 abgegeben." Unter diesen Umständen fällt es der Jury natürlich schwer, die kreativsten und originellsten Kürbisschnitzer zu ermitteln. Am Ende erhalten jedoch fast 20 Kinder wertvolle Preise, viel der kleinen Besucher dürfen sich am Ende auch noch über Trostpreise freuen.

Dass die Geschenke am Ende nicht für alle Kinder reichen, bringt eine Mutter auf die Palme und die Organisatoren in Bedrängnis. "Auf einen solchen Ansturm waren wir schlichtweg nicht vorbereitet", entschuldigen sich die Macher. Die Mutter indes schimpft über die schlechte Vorbereitung und will sich beim Bürgermeister beschweren [...] .

Die übrigen Kinde und Eltern sehen's eher gelassen. Sie erfreuen sich stattdessen an den vielen leuchtenden Kürbissen im Schlossgarten und haben großen Spaß an der Nachtwanderung, die über Stock und Stein durch den Neuenbürger Wald führt. Viele Kinder haben sich verkleidet, tragen Hexenhüte und Gruselmasken oder haben sich für das Halloweenfest passend geschminkt. "Ich finde es klasse, wie die Aktion angenommen wird", freut sich Andreas Haller, dessen Idee, den heidnischen Brauch zu feiern, angfangs nicht nur auf Gegenliebe gestoßen war.

Im Bergwerk herrscht an diesem Abend reges Treiben und alle sind begeistert von dem Angebot. "Ich finde, das ist einmal ein ganz besonderes Angebot für Familien mit Kindern", freut sich eine Mutter. Nicht nur das Bergwerk nimmt sie in Augenschein. Auch im Museum des Schlosses, das ebenfalls bis 23 Uhr geöffnet hat, geht sie mit Mann und Kindern auf Entdeckungsreise. [...]