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(Pforzheimer Zeitung 19. Juni 2006)
Matthias Hautsch Trio zaubert im Neuenbürger Schlossareal die passende Stimmung zu Feuerschein
„Das Wetter hält. Es wird heute Abend nicht regnen“, übte sich Elke Osterloh, Leiterin des Neuenbürger Museums, in Optimismus, als sich der Himmel über dem Schloss am frühen Freitagabend zunehmend zuzog.
Und Osterloh sollte – allen Pessimisten zum Trotz, die mit Regenschirm oder –jacke gekommen waren – Recht behalten. Die vierte Feuerklangnacht im Garten des Neuenbürger Schlosses wurde zu einem neuerlichen Ereignis, bei dem die Besucher die Faszination von Feuer und Musik eindrucksvoll erleben konnten.
Mit dem Jazztrio des in Schwann lebenden Gitarristen Matthias Hautsch hatten die Organisatoren einen guten Griff getan. Dass die Klänge, die Hautsch (Gitarre), Thorsten Steudinger (Bass), und Cay Rüdiger (Schlagzeug) aus dem Kreis der leuchtend lodernden Schwedenfeuer in die Nacht zauberten, weniger sphärisch als in den früheren Jahren waren, tat der Veranstaltung gut. Nachdem im vergangenen Jahr das Experiment der Musiker, die Gewalt der züngelnden Flammen in wildes Tonwerk umzuwandeln, nicht ganz geglückt war, bildeten Klang und Feuer diesmal eine perfekte Symbiose.
Konzertanter als alle vorherigen Formationen gaben Hautsch, Steudinger und Rüdiger ihre klingende Visitenkarte ab. Gelungen setzten die drei Musiker die Vorgabe um, im Einklang mit dem Feuerschein eine zauberhafte Atmosphäre in den Schlossgarten zu zaubern. Dabei bediente sich das Trio eines einfachen Mittels: Schön variierte, oft reduziert umgesetzte Kompositionen verbanden die Musiker mit angenehmen, improvisierten Klangbildern, bei denen sie ihr solistisches Können unter Beweis stellten. Und auch die Kompositionen von Michael Jackson, Sting oder Eric Clapton, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, präsentierte das Trio keineswegs im Stil klassischer Konzerte. Vielmehr gelang es den Musikern, die bekannten Werke derart reizvoll verändert zu spielen, dass aus den Welthits schöne Klangpreziosen wurden, die die zauberhafte Stimmung im Schlossgarten unterstrichen. Nicht nur das Publikum, sondern auch Thomas Schlösser, der seit der ersten Feuerklangnacht für die Illumination des Schlossgartens mit den lodernden Schwedenfackeln verantwortlich zeichnet und für die Gäste des besonderen Mitsommernachtsspektakels auch in diesem Jahr wieder einige Überraschungen parat hatte, war am Ende begeistert.
Kraft und Energie steckten auch in der Aufführung der Simmersfelder Gruppe „Fire Beats“, die zu fortgeschrittener Stunde mit beeindruckenden Feuerspielen und –jonglagen die zahlreichen Besucher in den Bann zogen. Mit brennenden Keulen und Seilen, Feuer spuckend wild durch die Lüfte schwingend, begeisterten die Jugendlichen die Schlossgartenbesucher mit ihrer kurzweiligen Show.
Ralf Recklies, Pforzheimer Zeitung, 19. Juni 2006
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