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Würdigung des Märchendichters mit Texten und keltischer Harfe

Christiane Viehweg
(Pforzheimer Kurier, 18. November 2002)

Es gibt einfach keinen anderen Ausdruck dafür: Die Gruppe "Kaikai" aus der Region um Freudenstadt lieferte anlässlich Wilhelm Hauffs 200. Geburtstag am Freitag einen hervorragenden Abend im Fürstensaal des Schlosses
Eine schönere Würdigung hätte sich der Dichter selbst nicht wünschen können, der hoch über der malerischen Stadt an der Enz mit seinem begehbaren Märchen "Das kalte Herz" eine ungeahnte Renaissance erlebt. Zwar kann der tatsächliche Geburtstag Hauffs erst am 29. November gefeiert werden, aber schon jetzt wird im Schloss allmählich auf diesen Tag hingearbeitet.
Kaikai ist eine zehnköpfige Musikgruppe, die mit unterschiedlichen Instrumenten aus verschiedenen europäischen Kulturen spielt; Dudelsack, Krummhorn, Keltische Harfe, um nur einige zu nennen. Tief, und gleichzeitig leichtfüßig, haben sich die Musiker in die damalige Zeit eingelebt und -gespielt: Ausdrucksvoll las Sven Puchelt kapitelweise das noch immer aktuelle Märchen vom armen Kohlenmunk-Peter vor, der so gerne reich gewesen wäre, und deshalb sein Herz dem Holländer-Michel gibt, der ihm einen Stein dafür in die Brust legt. [...]
Nach zwei Stunden, als eigentlich alles vorbei war, ließ das Publikum die Musiker nicht gehen. Auch noch nicht nach einer Zugabe. So schlug Manuela Krieg-Eßrich an der Keltischen Harfe als "allerletzte Zugabe" einen Tanz vor. Statt der geforderten acht Personen fanden sich gleich 16 bereit, zu den Klängen von Kaikai einen gelungenen Volkstanz aufs Schlossparkett zu legen.
Die Gruppe wurde 1980 unter Regie von Jochen Eßrich gegründet, der noch heute für Komposition und Zusammenhalt zuständig ist. Ein Superensemble. Das sich da zusammengefunden hat, mit feinsten Ideen. Könnte man das nicht gleich ins Schloss integrieren? Es würde jedenfalls bestens dazu passen.