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Lego Reloaded

Sonderausstellung „Lego reloaded“, vom 25. Oktober bis 10. Januar 2010

Nach der erfolgreichen Schau und den vielen Wiederholungswünschen nach der Lego-Ausstellung von 2006 zeigt das Museum Schloss Neuenbürg erneut eine Ausstellung mit Lego-Modellen. „Neu geladen“ – aber nicht wiederholt ist das Motto. Wiederum sind einige der Sammler von 2006 dabei, aber auch andere zeigen, was man mit Lego alles bauen kann.

Zu Beginn der Ausstellung geben Sets und Modelle aus der Sammlung von Thierry Meyer aus Rosheim / Frankreich einen Überblick über die Entwicklung des Lego-Spielzeugs seit den 1950er Jahren. Erstmals im Jahr 1949 brachte Godtfred Kirk Christiansen einen Baustein aus Celluloseacetag heraus. Dies war der Beginn der bis heute andauernden Produktion von Lego. Ole Christiansen, der Vater von Godtfred, war ursprünglich Tischler und experimentierte in den 1930er Jahren unter anderem mit Spielzeug. Er gab seinem Holzspielzeug den Namen Lego (dänisch: leg godt – spiel gut) Als sein Sohn Godtfred nach dem Krieg eine Kunststoff-Spritzgußmaschine erwarb, begann eine neue Ära in der Firmengeschichte. Ziel war es, ein Baukastensystem zu entwickeln, bei dem alle Teile zueinander passen und sich ergänzen. Dieses Ziel wurde konsequent weiter verfolgt: Räder, Figuren, Lego-Technik, Duplo und vieles andere mehr.  

Eine ganz neue Richtung schlug man nach den ersten „star wars“- Filmen von Georg Lucas im Jahr 1974 ein. Die neuen Produktserien, beginnend mit „star wars“, orientierten sich in ihrer Geschichte an erfolgreichen Filmen und Büchern. Der Straßburger Jerôme Lehmann sammelt „star wars“ seit vielen Jahren und zeigt hier einen Teil seiner Sammlung. Es ist eine fast komplett andere Form des Spielzeugs. Nun wird nicht mehr nur das Bauen in den Vordergrund gestellt, sondern eine Geschichte mit Handlungen. Die Spieler werden Teil der Geschichte und können sie mit Rollenspielen auf sich beziehen. Ähnlich wie star wars wurden auch Serien aus den Filmen „Indiana Jones“ und „Harry Potter“ aufgelegt. Aus den Harry Potter – Geschichten zeigen Christian und Andrea Hartjes einen Friedhof. Die beiden Lego-Sammler aus Ettlingen haben außerdem eine interessante Schwarzwald-Szenerie selbst entworfen und gebaut. Die Szenerie zeigt verschiedene Elemente der wirtschaftlichen Entwicklung: Von einer Sägemühle zu der größten und modernsten Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe.

Eine fantastische, 12 qm große Inszenierung bietet sich im letzten Raum. Familie Draschka aus Mutterstadt hat eine faszinierende Landschaft mit Felsenburg, Stadt und Hafen aufgebaut. Die Idylle der eindrucksvollen Gebirgslandschaft und der schönen Innenstadt birgt allerdings Gefahren. Auf der anderen Seite des Flusses warten bereits die Feinde auf eine günstige Gelegenheit zum Angriff.

Wirklichkeitsgetreue Modelle von hoher Präzision sind die Spezialität des Lego-Sammlers Holger Matthes, der bereits 2006 das wunderschöne Venedig-Modell hier ausstellte. In dieser Ausstellung sind von ihm das Modell der Dresdner Frauenkirche und ein Modell des Le-Corbusier-Hauses in der Stuttgarter Weißenhof-Siedlung zu sehen. Die Frauenkirche hat er in einem Maßstab von 1:74 gebaut und konnte dank der passenden Farbigkeit der Lego-Steine eine große Übereinstimmung mit der realen Kirche erzielen. Dies war nach seinen Angaben ein Grund für das Modell, das weitere liegt in der Frauenkirche selbst, die nach der Zerstörung im Februar 1945 zu einem Symbol für die Friedensbewegung wurde. Dank einer einzigartigen Spendenbereitschaft gelang es 2005, die wieder aufgebaute Kirche einzuweihen.

Neben diesen großen Modellen gibt es noch mehrere kleinere Szenerien. Außerdem noch Steine, die wie Lego-Bausteine aussehen und auch so verbaut werden können. Der Unterschied zu ihnen ist, dass man eine gerade Wand in einen runden oder schlangenförmigen Turm ziehen kann. Das Geheimnis liegt in den Noppen. Andreas Bauder, Inhaber der Firma HJB Rolling Mills in Mühlacker, entwickelte für seine Enkelin Caroline diesen Baustein mit nur zwei statt vier Noppen. Die Ausstellung zeigt mehrere Bauwerke, außerdem gibt es große Bausteine aus Styropor.

Auf einer eigens eingerichteten „Baustelle“ hat jeder die Möglichkeit mitzumachen. Wer sein Werk gern mit nach Hause nehmen möchte, kann dies gegen einen Preis nach Gewicht tun.

Wie beim letzten Mal gibt es wieder ein kleines Gewinnspiel mit Fragen zu Themen in der Ausstellung. Ausgelost wird am Sonntag, den 10. Januar um 16 Uhr.

Ausstellungsdauer: 25. Oktober bis 10. Januar 2010

Eröffnung: Sonntag, 25. Oktober 2009, 11 Uhr, Fürstensaal

Öffnungszeiten: Di – Sa 13 – 18 Uhr, So, Feiertage 10 – 18 Uhr, Heiligabend und Silvester geschlossen, Neujahr ab 13 Uhr.

Eintritt: 3 / 2 €, Familienkarte 9 €, außerdem Kombikarten mit Museum.

Begleitprogramm:

„Bauklötze staunen“, ein Workshop in der Reihe „Schloss kreativ“ findet am Samstag, den 7. November, 10 – 13 Uhr statt. Aus Ton und Holz entstehen dort eigene Baukunstwerke, die von innen beleuchtet werden können. Hier sind noch Plätze frei. Kosten inkl. Besuch der Lego-Ausstellung und Material: 8 Euro. Anmeldung erforderlich unter: Museum Schloss Neuenbürg Tel. 07082-792860/-61/-63, oder info@schloss-neuenbuerg.de

Der Roboter-Workshop in Kooperation mit dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe) ist bereits ausgebucht. Eventuell wird ein zweiter Kurs gegen Ende der Weihnachtsferien angeboten. Dies wird rechtzeitig in der Presse bekannt gegeben

 

 

#Killing Filz - Retrospektive Ulrike Hein

Forum für zeitgenössische Kunst

# Killing Filz - Retrospektive Ulrike Hein

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Forum für zeitgenössische Kunst“ werden vom 6. September bis 18. Oktober 2009 Arbeiten der Künstlerin Ulrike Hein aus dem Besitz des Badischen Landesmuseums Karlsruhe gezeigt.

Ulrike Hein, die nach Aufenthalten in Köln und Paris heute in Tübingen lebt, wurde 1960 in Neuenbürg im Schwarzwald geboren. Nach einer Gärtnerlehre studierte sie bis 1991 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Kunst in Stuttgart bei Professor Jürgen Brodwolf. Bereits während ihres Studiums nahm sie an zahlreichen Ausstellungen und Symposien im In -und Ausland teil.

Die vor allem in den 1990er Jahren realisierten Objekte und Installationen, die in den ehemaligen Forstamtsräumen von Schloss Neuenbürg gezeigt werden, eröffnen unerwartete Erlebnisbereiche. Gleich im ersten, # killing Filz genannten Raum, der bewusst auf die Killing Fields als Synonym für Massenvernichtung anspielen soll, wird der Betrachter mit der mehrteiligen Installation „Verbotene Gegenstände- § 37 WaffG“  konfrontiert.

Auf drei Stahlständern liegen 60 aus grauem Filz geformte, bis heute gängige Handfeuerwaffen aufgereiht. Die martialische Präsenz dieser Waffen wird durch die künstlerische Umsetzung gleichsam ironisch gebrochen. Ulrike Hein äußert durch diese Arbeit grundsätzlich Zweifel an der Allgemeingültigkeit von Statussymbolen, für die die hier gezeigten Maschinen und- Sturmgewehre, Pistolen, Panzer und Revolver  paradigmatisch stehen.

Im zweiten Raum Sehen – Fühlen – Denken weht dem Besucher ein Luftzug aus der mehrteiligen Fotoarbeit „Outside/in“ entgegen, die Fensterausblicke verschiedener Lebensstationen der Künstlerin dokumentiert. Auch der überdimensionale 100- Dollarschein überrascht durch ein unerwartetes Phänomen: Luft entströmt, angetrieben durch die Energie eines Gebläses, aus einem Schlitz in der Mitte der Geldnote. Die Vieldeutigkeit solch ironischer Formulierungen und ihr Ziel der Enttarnung sind künstlerisches Prinzip bei Ulrike Hein.

Menschen- Spuren, so die Überschrift des dritten Raumes zeigt vier 1993 entstandene Filztafeln. Aus dem dunklen, dichten Wollgewebe eines der „Menschengefüge“ betitelten Wandobjekte tritt die Zeile "Ich Du Er/Sie/Es Wir Ihr Sie" plastisch hervor. Gleichsam als Pars pro toto für die Menschheit verkörpern die weichen Filzfasern auch die Künstlerin selbst, die durch den künstlerischen Vorgang des Prägens im eigentlichen wie auch im übergeordneten Sinne aktiv gestaltend in das Leben eingreift.

Die neun mit Filz ummantelten barocken Weihebecken, die im vierten Raum mit dem Objekttitel Heilende Hinwendung, einem Zitat des Dalai Lama, zu sehen sind, wurden bewusst im Kreis als einer spirituellen Form aufgestellt.  Die in den Schalen eingebetteten Zitate von Einstein bis Beuys sollen eine energetische Verbindung mit dem Betrachter eingehen. Die immaterielle, geistige Energie, die auf diese Weise freigesetzt wird, führt assoziativ zu einer Neubetrachtung und Neubewertung alltäglicher Gegenstände und Rituale. Hier knüpft Ulrike Hein ganz bewusst, aber völlig eigenständig an Joseph Beuys an, der den Begriff "Plastik" als einer sichtbaren Erscheinung um die gestaltende Dimension von Sprache und Geist erweiterte.

Über die schlichte Materialität von Stahl und Filz, die Ulrike Hein vorwiegend verwendet, setzt sie ihre Idee von Energie, Spannung und Energieentladung auf höchst unkonventionelle Weise um. Dabei deckt sie unerwartete Bedeutungsebenen alltäglicher Gegenstände auf.

In der heutigen Zeit momentaner und spektakulärer künstlerischer Inszenierungen erschließen sich die zunächst sperrig wirkenden Arbeiten von Ulrike Hein dagegen allmählich, reflektierend in einem kritischen Diskurs.  

Bezugnehmend auf den Titel der Ausstellung # Killing Filz verstehen sich die am Ende der Ausstellung gezeigten im Handel erhältlichen Spielzeugwaffen und Tonköpfe von Schülern der Klasse 12 d des Gymnasiums Neuenbürg als Hinweis auf das aktuelle Zeitgeschehen wie den Amoklauf in Winnenden 2009. Die Überschrift Kreis- Läufe dieses abschließenden, museumspädagogischen Bereichs verweist als Wortspiel sowohl  auf „Wiederholungen“ im Sinne wiederkehrender Abläufe und Rituale als auch auf den konkreten Lauf einer Handfeuerwaffe.

Als mediales Kommunikationsforum wurde außerdem ein Twitteraccount eingerichtet, der es dem Besucher ermöglicht, seine in der Ausstellung gewonnenen Eindrücke im Internet und an der Wand des Ausstellungsraumes darzustellen.

Eintritt frei. Die hierzu erschienene Publikation ist im Museumsshop erhältlich.

Weitere Termine:

Sa., 3. Oktober 2009, 15 Uhr:

KUNST-STÜCKE: Kuratorengespräch mit Jacqueline Maltzahn-Redling M.A.

Eröffnung: Sonntag, 6. September 2009, 11 Uhr, Fürstensaal

Ausstellungsdauer: 6.9. -18. 10. 2009

Di – Sa  13 – 18 Uhr

So, Feiertage 10 – 18 Uhr

Montags geschlossen.

 

 

Neuenbürg - Ein Schwarzwaldstädtchen

Neuenbürg ist eine schöne kleine Stadt am Schwarzwaldrand. Es ist eine alte Stadt und war wegen ihrer Eisenerzvorkommen schon vor 2500 Jahren ein bedeutender Siedlungsort in der Region. Auf dem Schlossberg wurden keltische Keramik und Eisenwerkzeuge gefunden, was nicht nur für eine Siedlung sondern auch für ein größeres Herrschafts- und Organisationszentrum spricht. Die 80 Meter hohe Erhebung über dem Enztal bot sich auch späteren Herrschern als Sitz an. Die Grafen von Württemberg, die um 1320 Stadt, Burg und Amt Neuenbürg erwarben, richteten hier eine Obervogtei, später Oberamt genannt, ein. Obwohl Neuenbürg eine kleine Stadt ist, entwickelte sie sich dank dieser Funktion zu einem regionalen Zentrum mit vielfältigen Handwerks-, Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben.

Die Ausstellung beleuchtet das Leben in Neuenbürg mit zahlreichen Fotos, Filmen und Exponaten seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Pittoreske Postkarten zeugen von einem überregionalen Tourismus seit der Wende zum 20. Jh. und bieten mit ihren verschiedenen Perspektiven Einblicke in den Wandel des Stadtbildes bis in unsere Zeit. 

Eine Galerie von Neuenbürg-Gemälden am Anfang der Ausstellung zeigt bereits verstorbene und noch lebende professionelle Kunst-und Hobbymaler. Die Lebenssituation in Neuenbürg, die sich in den letzten eineinhalb Jahrhunderten grundlegend verändert hat, wird mit vielen Fotos, Porträtaufnahmen und einer originellen Inszenierung vorgestellt.  Am „Stammtisch“ liegen Alben für den Besucher zur Ansicht bereit. Im nächsten Raum präsentiert ein ungewöhnlicher Schlossberg mit zahlreichen alltäglichen, seltenen, kuriosen und typischen Produkten und Dingen aus Neuenbürg. Von der jahrtausendealten Tradition der Eisengewinnung und –verarbeitung zeugen die großen Messe-Displays der ehemaligen Firma Haueisen mit Sensen für jeden Halm und fast jedes Land in der Welt. Deutlich wird hier, wie schwierig es war und noch immer ist, in einer zwar landschaftlich reizvollen, aber nicht immer einfachen Topografie ein blühendes Gewerbe zu schaffen und zu erhalten.

Eine besondere Attraktion für Kinder und Familien ist der „Spieleraum“: Mit den drei verschiedenen, eigens für diese Ausstellung entworfenen Neuenbürg-Spielen kann man rätseln, spielen, lachen und über vieles staunen, was man so noch nie wahr genommen hat. Ein Raum mit Exponaten der Feuerwehr und anderen Vereinen zeigt, wie stark das Ehrenamt in Neuenbürg ausgeprägt ist und mit welchem Engagement sich die Bürger für ihre Stadt einsetzen.

Eine „Visionen-Werkstatt“ gewährt Einblicke in die Ideenwelt von Schülern, die gebeten wurden, sich Neuenbürg im Jahre 2109 vorstellen.

Eröffnung: Freitag 29. Mai 2009, 19 Uhr 

Öffnungszeiten:

Vom 30. Mai bis 23. August 2009

Di – Sa  13 – 18 Uhr

So, Feiertage 10 – 18 Uhr

Eintritt: 3 / 2 € 

Umfangreiches Begleitprogramm:

Führungen:

Sonntag, 1. Juni, 16 Uhr mit Jürgen Klingbeil. Für Kinder: Spiele im Schlossgarten. Eintritt: Familienkarte 5 €, 2 / 1 €

Sonntag, 5. Juli, 15 Uhr mit Ernst Fischer, Bürgermeister a.D.

Führung kostenfrei.

Sonntag, 19. Juli, 15 Uhr, Theo Schaubel, Bürgermeister a. D.

Führung kostenfrei.

Sonntag, 23. August, 15 Uhr, Elke Osterloh

Führung kostenfrei.

Open-Air Kino im Schlosshof, Beginn jeweils 21 Uhr

Donnerstag, 20. August: „Kleine Fluchten“. Schweiz, 1979. Regie: Yves Yersin. Eintritt frei. Mit Bewirtung. Bei schlechtem Wetter im Fürstensaal. Es fährt der SchlossBergBus (Fahrpreis 0,50 €)

Freitag, 21. August: „Daheim sterben die Leut’“. Deutschland, 1985, Regie: Klaus Gietinger, Leo Hiemer Eintritt frei. Mit Bewirtung. Bei schlechtem Wetter im Fürstensaal. Es fährt der SchlossBergBus (Fahrpreis 0,50 €)

Kinderferienprogramm (2.-4. Juni, jeweils 14-17 Uhr):

Geschichte zum Anfassen: Die Welt der Kinder von 150 Jahren. Pfingstferienprogramm für Kinder ab 6 Jahren. Kosten 5 € / Tag, für alle Tage 12 €. Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldung erforderlich unter Museum Schloss Neuenbürg Tel. 07082-792860

Gesprächsrunden

Erzählcafé am 16. Juni, 15 Uhr: Aus der Geschichte von Arnbach, Dennach, Waldrennach und Neuenbürg. Besuch der Ausstellung und Erzählen bei Kaffee und Kuchen. Eintritt: 5 €.

Neuenbürger Schloss-Gespräche am Freitag, 26. Juni, 19.30 Uhr: Besuch der Ausstellung mit Diskussion über die Perspektiven der Stadt. Eintritt frei.

Für Schulklassen können auf Wunsch einzelne Themenschwerpunkte behandelt werden. Eintritt für Schüler 2 €.