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Ausflug in eine Märchenwelt.

Eva Quitt

Multimedia-Museum im Schloss Neuenbürg
(Mannheimer Morgen, 26. Juli 2001)

"Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen, auch ein wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen." Mit diesem Rat begann der Dichter Wilhelm Hauff sein Märchen "Das kalte Herz" und meinte damit wohl den Nordschwarzwald: Dort, wo sich das Flüsschen Enz durch grüne Wälder schlängelt, lohnt das Schloss Neuenbürg einen Besuch.

Ganze 900 Jahre hatten die Menschen in dem idyllischen Städtchen Neuenbürg allerdings keinen Zutritt zu dem Privatbesitz, der hoch oben auf einer Bergkuppe thront. Doch nach vier Jahren Umbau- und Restaurierungszeit wurde kürzlich das Renaissance-Schloss, das die Herzöge von Württemberg im 16. Jahrhundert erbauen ließen, als Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums eröffnet.

Auf 900 Quadratmetern fühlt man sich im Regionalmuseum Nordschwarzwald in vergangene Zeiten versetzt. Es scheint, als wären die Herzöge gerade verreist, denn alle Möbel in den Ausstellungsräumen sind in weiße Laken gehüllt. Selbst die gedeckte Festtafel ist komplett in Stoff eingepackt - jeder Teller einzeln. Wer genau hinsieht, erkennt auf den Tischplätzen Glasplatten. Drückt man das Knöpfchen neben dem verhüllten Weinglas, erhellt sich der Platz und gibt Informationen über bekannte Personen der Regionalgeschichte preis. Bei einer Diashow erzählt Schlossdiener Ambrosius über die Stadt und das Schloss. Ausstellungsstücke aus Handwerk, Industrie, Bergbau und dem täglichen Leben bringen in einem anderen Raum den Alltag von damals nahe.

Sehenswert ist vor allem der zweite Teil des Museums. In einem so genannten mechanischen Theater erleben die Besucher das Märchen "Das kalte Herz". [...]

Viele Holzfiguren, Lichtspiele, Nebel, Wasser, riesige Gummistiefel, pochende Herzen und kalte Steine machen die etwa 20 Minuten lange multimediale Märchenreise zu einem Erlebnis.