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(Stadt Neuenbürg)
Zahlreiche Funde auf dem Schlossberg belegen, dass bereits vor 2.500 Jahren die Kelten den Schlossberg besiedelten. Die Befestigung des Schlossberges seit dem Mittelalter war eine fast schon logische Konsequenz: Die Enzschleife um den geologischen „Umlaufberg“ macht den Schlossberg zu einer markanten topografischen Erscheinung.
Im 11. Jahrhundert begannen die Grafen von Vaihingen bzw. Vaihingen-Calw mit der Besiedelung des nördlichen Schwarzwalds zwischen Nagold und Enz. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Burg in Neuenbürg. 1320 gelangte – nach mehrfachem Wechsel der Eigentümer – das Schloss in Besitz des Grafen Eberhard des Erlauchten. Die Württemberger besaßen somit einen befestigten Stützpunkt an der Grenze zum heutigen Baden. Die Erzvorkommen, die bereits von den Kelten entdeckt wurden, waren ein weiterer Standortvorteil der Region.
Das heutige Bauwerk wurde unter Herzog Christoph (1515 – 1568) begonnen. Reste der mittelalterlichen Burganlage sind noch sichtbar: die Mauern im Schlossgarten und die alte Ruine auf der gegenüber liegenden Seite des Schlossberges. Die heutige Ruine ist das ehemalige „Alte Schloss“, das seit 1572 als Fruchtkasten genutzt und Ende des 17. Jahrhunderts zum Abbruch freigegeben wurde. Für die Renaissance-Zeit liegen genauere Erkenntnisse über die Schlossgeschichte vor. 1638 brannte der Nordflügel aus; der heute sichtbare Bau stammt daher aus der Zeit zwischen 1652 bis 1659. Prunkstück im Südflügel ist eine Säulenhalle („Pferdestall“), die bis in die Gegenwart hinein für Konzerte genutzt wurde. Die erhaltenen Wandmalereien um 1600 lassen auf den Willen der württembergischen Herzöge schließen, die Räume prächtiger auszustatten. Eventuell diente das Schloss als Standquartier für Jagdaufenthalte im Sommer.
Die Bevölkerung war wenig gut auf das Schloss zu sprechen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein existierte die „Wasserfron“: Bei Wassernot mussten die Neuenbürger das Wasser hoch zum Schloss tragen. Auch die felsige Bergkuppe zwischen der noch stehenden Burg und dem oben erwähnten „Alten Schloss“ mussten die Untertanen abtragen. Auf diese Weise entstand der heutige Schlossgarten mit dem freien Sichtfeld zwischen Schloss und Ruine. 1819 zog das Generalamt des Oberamtes Neuenbürg ein – Vorläufer des heutigen Finanzamtes. Außerdem war das Schloss zuvor bereits Dienstsitz der Landesforstmeister.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schlossräume als Privatwohnungen genutzt. Seit 1967 hatte der in der Region bekannte Maler und Bildhauer Hans Ludwig Pfeiffer sein Atelier im Südflügel. Die Konzerte im Schlosshof und die bereits erwähnten Kulturveranstaltungen im Pferdestall sorgten mit dafür, dass sich das Schloss in den letzten Jahren Schritt für Schritt der Bevölkerung öffnete.
Mit der offiziellen Schlosseröffnung soll nach mehrjähriger Umbauphase ein weiterer entscheidender Schritt in diese Richtung getan werden.
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