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(Enztäler, 28. August 2006)
von Karin Ferenbach
Weg der Annäherung zu Leben und Tod
Bodeninstallation von Dao Droste mit dem Titel »diesseits jenseits« im Neuenbürger Schlosskeller eröffnet
Neuenbürg. »Eine sehr beeindruckende Ausstellung, die tief im Inneren berührt«und »neue Sehweisen« eröffnet, »ecco homo« ( »welch ein Mensch«), »Gelassenheit und Heiterkeit – dargestellt in Form und Klang« und »Daos Blick in die Seele«- so lauten die ersten Einträge im Gästebuch der gestern eröffneten Kunstinstallation »diesseits jenseits« von Dao Droste im Gewölbekeller von Schloss Neuenbürg. Die 1952 in Saigon geborene Vietnamesin, die heute bei Heidelberg lebt, hat in zweijähriger Arbeit mittels Vervielfältigung Terrakotta-Büsten geschaffen, die nun auf dem feinkörnigen Schotterboden in zwölf kreisförmig angeordneten Gruppe zu sehen sind ( wir berichteten). Professor Dr. Harald Siebenmorgen betonte vor knapp 100 Gästen, dass man sich in der nunmehr vierten Ausstellung der Reihe »Forum für zeitgenössische Kunst Schloss Neuenbürg« habe freischwimmen können von den Vorgaben einer Sonderausstellung. Das wachsende Interesse an diesem Kunstforum begründete der Direktor des badischen Landesmuseums damit, dass es sich hierbei um keine herkömmlichen Kunstausstellungen handle, sondern »die Künstler bereit sind, sich auf diesen Raum einzulassen und spezielle Werke schaffen, die eine Einheit mit der architektonischen Hülle bilden«.»Leben und Tod, Werden und Vergehen sind existenzielle Fragen der Menschheit, zu denen Dao Droste mit ihrer Bodeninstallation neuen Wege der Annäherung ermöglicht«, sagte Elisabeth Schraut in ihrer Einführung. Mit den Begriffen »diesseits«und »jenseits« ließen sich zum einen zwei Orte und eine dazwischen liegende (natürliche oder politische) Grenze lokalisieren, zum anderen Sphären und Grenzen im Bereich des Immateriellen bezeichnen, mit der irdischen, vergänglichen Welt als dem Diesseits und der- je nach Weltanschauung und Religion - »anderen Welt« im unendlichen Jenseits. Die Begegnung mit den in Beziehung zueinander stehenden Büsten, von der jede ein gleichwertiges, menschliches Individuum darstelle, werde mit Klängen untermalt, wodurch die Stille des Raumes noch bewusster werde, so die Leiterin des Fachbereichs Internationale Beziehungen /Kultur der Stadt Karlsruhe.
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