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Forum zeitgenössischer Kunst

Bernd Helbig
(Der Enztäler 27. April 2004)

Künstlerin macht die Töne zu skulpurellem Material

Das Kellergewölbe im Südflügel des Neuenbürger Schlosses erlebte am vergangenen Sonntag seine Premiere als neues Forum für moderne Kunst. Bürgermeister Theo Schaubel kündigte eine neue Reihe von Wechselausstel-lungen an. Gleichzeitig setze die Fertigstellung einen Schlusspunkt unter die Renovierungsarbeiten am Schloss.
Der Direktor des Badischen Landesmuseums, Professor Harald Siebenmorgen, sagte, der Gewölbekeller aus der Renaissance-Zeit solle ganz dem schwierigen Metier der zeitgenössischen Avantgarde-Kunst vorbehalten sein.
Ein Glücksfall sei es, dass man zur Eröffnung Christina Kubisch gewinnen konnte. Sie sei die geeignete Künstlerin, die mit ihrer Installation die Geschichte zum sprechen bringen könne. (...) Sie gilt weltweit als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen für Klanginstallationen.
Dr. Christoph Metzger, Kurator der Ostseebiennale der Klangkunst, ging auf ihr Werk ein. Für ihre Installation "Zwölf Signale" habe sie Glockensignale aufge-nommen, mit denen sich die Bergleute früher untertage verständigten. Diese werden in immer neuen Variationen über zwölf auf dem Boden in einer Reihe ausgelegte Flachlautsprecher abgespielt. (...)
Die schemenhaft hervortretenden Bergwerksglocken verweisen auf die Herkunft der Töne und durch die magische Beleuchtung der rohen Steinwände werden die Tonfolgen in den Kontext der Bergwerkswelt gestellt.
Durch die räumliche Anordnung der Tonquellen, füge die Künstlerin noch eine räumliche Dimension hinzu und mache die Töne zu skulpturellem Material. Die Anordnung ist ein Unikat und findet sich so nirgends auf der Welt wieder.
Das Werk bleibt nur in der Erinnerung der Betrachter erhalten. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Emi Saito am Klavier und Nikolaus Ringe auf dem Cello. Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Juli zu sehen.