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(Der Enztäler / Wildbader Tagblatt vom 02. Juli 2001)
Ausstellungen als Inszenierungen, die Besucher emotional berühren sollen
Neuenbürg. Hauptattraktion im Schloss Neuenbürg ist das Museum über die Region Nordschwarzwald. Lebendige Inszenierungen des Märchens „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff sollen auf innovative und völlig neuartige Weise das Publikum nicht nur zum Staunen bringen, sondern auch emotionale Einblicke in den Kulturraum Nordschwarzwald gewähren. Die Besucher erleben das Märchen als begehbares Theater. Über mehrere Stationen wird die Geschichte von Kohlenmunk-Peter und dem Holländer-Michel spannend und effektreich nacherzählt.
Der zweite Teil des Erlebnismuseums widmet sich der Geschichte von Stadt und Schloss Neuenbürg. Auch hier wird den Besuchern eine Geschichte erzählt. Die Schlossbewohner aus alten und jüngeren Tagen sind allesamt auf Reisen. Nur der Diener Ambrosius bewacht das alte Mobiliar und geleitet die Besucher durch die Räume. Die meisten Gegenstände sind verhüllt und verpackt, als ob sie demnächst in Postkutschen verladen werden. Die Besucher können auf Entdeckungsreise gehen und somit die reiche Vergangenheit der Region vertiefen.
Die Dauerausstellung arbeitet mit ungewöhnlichen stilistischen Mitteln. Die Ausstellungen sind vielmehr Inszenierungen, die emotional berühren sollen. Auf Objekte wird zu einem großen Teil ganz verzichtet. Die Geschichte des Märchens und die zahlreichen anderen Geschichten der Region erlangen vielmehr selbst Objektstatus.
Die Ausstellung richtet sich an ein überregionales Zielpublikum: Familien, Senioren, Schulklassen, Reisegruppen und kulturinteressierte Menschen. Ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit Vorträgen und kulturellen Veranstaltungen bietet die Gelegenheit einer ergänzenden Beschäftigung mit den Themen und Inhalten der Ausstellung. Zusätzlich zur permanenten Ausstellung sollen einmal oder mehrmals im Jahr Sonderausstellungen Kunst und Kulturgeschichte durchmischen und interessante Themen aufbereiten.
1,6 Millionen Mark hat das Land in die Ausstattung der Museumsräume investiert. Mit der Konzeption und Einrichtung des Museums hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst das Badische Landesmuseum in Karlsruhe beauftragt. Die gestalterische Konzeption führte das renommierte Schweizer Gestaltungsbüro Steiner Sarnen durch, das für innovative Kommunikations- und Gestaltungsideen bekannt ist. Eigenbetrieb Schloss Neuenbürg wird von der Stadt finanziert und ermöglicht den täglichen Betrieb der permanenten Ausstellung. Der Ausstellungsbereich wird als Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums geführt.
Elke Osterloh ist Museumsleiterin und für den Bereich Wissenschaft und Heimatforschung zuständig, Andreas Haller leitet den Bereich Veranstaltungen und kümmert sich um das Schloss-Marketing.
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