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(Enztäler 15. Mai 2006)
Auch ein brünftiger Hirsch ist zu hören
40 Kinder und Erwachsene mit Jägern auf Nachtpirsch im Wald / Geschultes Gehör
Neuenbürg. Wenn die Vögel im Wald mit Einbruch der Dunkelheit langsam verstummen, drängen sich ganz andere Geräusche in den Vordergrund, etwa das Tönen des Waldkauzes oder das grunzen der Wildschweine. Das ein Jäger ein geschultes Gehör und gute Augen haben muss, damit er Wildtiere erkennen und voneinander unterscheiden kann, erfuhren rund 40 Teilnehmer am Freitagabend bei der >Nachtpirsch< mit Neuenbürger Jägern im Schlosswald. >Der Jäger lebt in und mit der Natur<, so Jürgen Förschler zu Beginn der Familienführung.
Gleich vier Jäger hatten die von der Schlossverwaltung im Rahmen der Sonderausstellung >Verbotene Jagt < initiierte Veranstaltung vorbereitet. Neben Jürgen Förschler noch Paul Westerkamp, Peter Buchter und Hans- Ulrich Endress. Mit einer Taschenlampe strahlte Förschler verschiedene Bäume an und erläuterte ihre Besonderheiten, die man mit allen Sinnen entdecken kann. Die Nadeln in einer Douglasie etwa riechen nach Zitrone. Hans- Ulrich Endress zeigte eine >Fegestellte< an einem jungen Baum, die von einem Rehbock verursacht wurde, der das Fell an seinem Geweih abstieß, und dabei die Baumrinde beschädigte. Peter Buchter hatte einige Bruchzeihen vorbereitet und erklärte deren Bedeutung für die unauffällige Verständigung unter den Weidmännern. So soll etwa der >Warnbruch< , ein kahler, geschlungener Zweig, auf eine Gefahrensituation hinweisen. Nicht sehen, aber zumindest hören konnten die Nachtwanderer einen Rehbock und ein Rehkids, deren Laute Westerkamp und Förschler mit einem Mundstück imitierten. Auch eine >Mauspfeife<, auf die Füchse ansprechen, ließen die beiden ertönen.
Am Denkmal für Forstmeister Moltke drangen den Eltern und Kindern gar die Stimmen eines brünftigen Hirsches, eines Hasen, eines Auerhans, eines Dachses, eines Wildschweins, eines Igels eines Marders und eines Siebenschläfers zu Gehör. Natürlich durfte beim großen Konzert der Waldtiere mitgeraten werden. Auf >Schleichwegen< ging es schließlich hinauf zur Burgruine, wo die Gruppe von Jagdhornklängen, einem wärmendem Lagerfeuer und frisch geschmierten Schmalzbroten empfangen wurde.
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