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Fibeln für Gewänder. Familienführung auf den Spuren der Kelten

(Der Enztäler 02. Mai 2005)

Neuenbürg: Auf die Spuren der Keltensiedlungen am Schlossberg, die durch den mittelalterlichen Burgbau zum großen Teil verändert und abräumt wurden, begaben sich am Samstag die Teilnehmer einer Führung mit Dr. Günther Wieland.

Der Referent für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Karlsruhe ging dabei insbesondere auf die Bedeutung des Eisenerzabbaus und dessen Verhüttung als wichtige Standortfaktoren für eine Besiedlung des Nordschwarzwaldes durch die Kelten ein.

Man könne hier durchaus von einer kleinen Industrieregion sprechen, die etwa im fünften Jahrhundert vor Christus Eisen für einen überregionalen Bedarf produzierte und in den Handel brachte, so der Wissenschaftler. Eine nicht unbedeutende Rolle als Verkehrswege für den Transport der Eisenbarren dürften dabei die Flusstäler gespielt haben, zumal erst die Römer ein befestigtes Straßennetz aufbauten, führte Wieland aus. "In der spätkeltischen Zeit wurde in einer weit entwickelten Kultur auch Handel mit dem griechischen Mittelmeerraum betrieben, der unter anderem den von den Kelten geschätzten mediterranen Wein, Olivenöl, das Haushuhn und eine würzige Fischsoße, aber auch die Münzprägung in die nördlicheren Gefilde Europas brachte", sagte er. Grabfunde ließen Rückschlüsse auf die Kleidung und Haartracht der Kelten zu, zu der es ansonsten nur wenige, zum Teil heroisierte Darstellungen gebe. Die Fibeln, welche die Gewänder der Kelten zusammenhielten, seien durchaus als Vorläufer der heutigen Sicherheitsnadeln zu verstehen, meinte Wieland.

Der Projektleiter der Ausgrabungen keltischer Funde in Waldrennach zeigte denn auch gleich den Teilnehmern, wie man aus Kupfer- oder Silberdraht mit ein paar wenigen Handgriffen eine Fibel herstellen kann. Museumsleiterin Elke Osterloh hatte hierzu einige Vorlagen mit kunstvollen Spiralen und dekorativen Elementen als Fotokopie mitgebracht. Die sechsjährige Katrina und ihr Bruder Clemens durften anschließend eine Art Tunika überziehen und mit Fibeln an den Schultern und einer Wollkordel um die Hüfte befestigen.